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Wie entsteht ein Faksimile?

Für moderne Faksimile-Ausgaben gilt ein wichtiger Grundsatz: Das Faksimile sollte eine ebenso lange Lebenserwartung haben wie das Original, welches meist schon Jahrhunderte überdauert hat!

Lesen Sie nachstehend, in welch aufwändigen technischen und handwerklichen Arbeitsschritten die beeindruckenden Faksimiles entstehen.

Die Farbauszüge

Ein hochsensibler elektronischer Scanner übernimmt die Aufgabe, am Diapositiv – dem auch heute noch häufigsten Ausgangsmaterial eines Faksimiles – zu erkennen, wo und in welcher Intensität die drei Grundfarben Gelb, Blau und Rot aus dem Diapositiv herausgefiltert werden können.

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Die digitalisierte Farbinformation wird dann für jede einzelne Farbe mittels Laser auf einen Film gebannt und für jede Farbe auf einem einzelnen Filmblatt ausgegeben. Diese Belichtung erfolgt bereits im Originalformat der Handschrift, und, um die spätere Farbmischung zu ermöglichen, in Form kleinster sogenannter Rasterpunkte, die vom menschlichen Auge jedoch nicht wahrgenommen werden können.

Obwohl jedes Farbbild in der Kombination der drei Grundfarben herstellbar sein müsste, ist die heutige Technik noch nicht so weit, dieser theoretischen Forderung zu entsprechen. Zur Verbesserung der Bildtiefe und der Konturen wird zusätzlich die „Unfarbe“ Schwarz benötigt, die der Laserscanner ebenso wie die anderen Farben herausfiltern und auf einen Film bannen kann.

Vielversprechend ist auch die jüngste Entwicklung, bei der die digitalen Daten durch Direktscans vom Original gewonnen werden, wodurch der Umweg über das Diapositiv vermieden wird. Diese Technik bietet unvergleichlich bessere Möglichkeiten für partielle Farbkorrekturen und reduziert den bisherigen lithographischen Aufwand erheblich. Frequenzmodulierte Rastertechnik und Direktbelichtung der – bearbeiteten – digitalen Daten auf die Druckplatten sind die weiteren Module dieser neuen Technologie, der in weiten Bereichen die nähere Zukunft im Faksimiledruck gehören dürfte.

Gold und Silber

Die Photographie und auch der Scanner sind nicht in der Lage, die Illuminierungen der Handschriften in Gold und Silber anders als in Farbe zu erfassen.

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Da das Diapositiv und die digitale Aufnahme für Gold und Silber also nur Farbwerte als Informationen weitergeben können, müssen die Vorlagen für die spätere Applikation von metallischen Farben durch ein getreues Nachzeichnen der Gold- und Silberpartien durch einen Spezialisten hergestellt werden. Diese Kopistenarbeit unterliegt einer genauen Kontrolle am Original.

Die Druckformen

Zur Herstellung der Druckformen, der Druckplatten, werden nach der herkömmlichen Methode die Filme jeder einzelnen Seite nach einem ganz bestimmten Schema, meist auf der Basis der originalen Lagenzusammensetzung der Handschrift, im späteren Druckbogenformat zusammengefügt.

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Eine Standfolie gibt die exakte Positionierung der Filme vor, wobei für jede einzelne Farbe die Filme der jeweils zu einer Lage gehörenden Seiten aneinandergefügt werden.

Das Schwierige an dieser Arbeit ist, dass die Montage außerordentlich genau erfolgen muss, damit die Farbinformationen im Druck „passergenau“ wiedergegeben werden können. Die für jede einzelne Farbe auf das Bogenformat zusammengefügten Filme werden anschließend wieder „passergenau“ auf die eigentliche Druckform gelegt. Die lichtempfindliche Druckplatte wird mit größter Präzision belichtet und im Anschluss daran entwickelt, d. h. das Bild der Filme wird auf der Platte fixiert. Auch in diesem Bereich bringt die neue Technik erhebliche Erleichterungen. Die passergenaue Montage der jeweils zusammengehörenden Seiten eines Druckbogens kann nunmehr am Computerschirm erfolgen. Die entsprechenden Daten werden danach direkt auf die Druckplatten belichtet.

Der Farbdruck

Im Faksimile-Offset-Verfahren werden die belichteten Druckplatten in die elektronisch gesteuerte Druckmaschine eingespannt, für jede einzelne Farbe auf Walzen unter ein Farbwerk gelegt, um an den belichteten Stellen Farbe aufnehmen zu können, und diese auf eine weitere, mit einem Gummituch bespannte Walze abgegeben, die dann die Farbe auf das Papier überträgt.

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Dieser Vorgang wiederholt sich für jede Farbe. Aus dem Zusammenspiel der lasierenden Farben ergibt sich das endgültige Bild.

Die farbliche Wirkung eines mehrfarbigen Drucks entsteht grundsätzlich durch additive und subtraktive Mischung der drei Grundfarben Cyan (Blau), Yellow (Gelb) und Magenta (Rot). Sie ergeben das Grundbild. Die Bildtiefe wird durch die „Unfarbe“ Schwarz unterstützt. Die getreue Wiedergabe der ganzen Farbenpracht eines Originals beruht also auf dem passgenauen, zeitlichen Nacheinander des Zusammendrucks von Blau, Gelb, Rot und Schwarz.

Aufbringen von Gold und Silber

Es gibt unterschiedliche Techniken, Gold und Silber aufzutragen. Welche Technik der Wiedergabe angewandt wird, hängt vom Goldauftrag des Originals ab.

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So kann die Wiedergabe metallischer Farben durch buchbinderische Prägetechniken (Metallfolien) oder durch Verfahren, die vom Siebdruck abgeleitet sind, erfolgen.

Das am häufigsten verwendete Verfahren sieht das Aufbringen metallischen Staubes auf den entsprechenden Partien vor. In diesem Fall wird zunächst, wie bei den Farben, eine Druckplatte hergestellt und ein Untergrundkleber (vergleichbar einem Bolus beim Handvergolden) auf das Blatt aufgetragen. Im Anschluss daran wird mit Fellen der metallische Staub auf diese haftenden Stellen eingerieben und der überschüssige Staub in einem dreimaligen Säuberungsgang ebenfalls mit Fellen entfernt. Ein zusätzliches Fixativ höht den metallischen Staub und macht ihn abriebfest. In vielen Fällen ist es zusätzlich notwendig, die Gold- und Silberflächen zu strukturieren, den Glanz durch Patina etwas zu brechen oder auch noch die Farbe durch weitere Druckgänge zu verändern.

Das Aufbringen der metallischen Farben ist beim Druck eines Faksimiles mindestens so aufwändig wie die präzise und originalgetreue Farbsteuerung; es ist jedoch in der Vorbereitung – vom händischen Zeichnen des Goldauszuges bis zur endgültigen Druckform – oft um ein Vielfaches arbeitsintensiver.

Vom Faksimile-Druck zur Faksimile-Ausgabe

Ist der Druck für eine Faksimile-Ausgabe einmal beendet, sind es ausschließlich handwerkliche Fertigkeiten, die jenen zur Zeit des Originals durchaus entsprechen, die dem neuen alten Buch seine endgültige Gestalt geben.

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Die einzelnen Blätter müssen dem Original entsprechend randbeschnitten werden, was sich auch bei einem glatten Buchblock des Originals nur selten mit Schneidegeräten bewerkstelligen lässt. Hier ist der händische Eingriff unerlässlich: Die Doppelblätter müssen mit der Hand gefalzt werden, und auch die Heftung der Lagen zum Buchblock erfolgt meist in Handarbeit. Bei der Ausbindung eines Faksimiles bedient sich der moderne Buchbinder jener Techniken und Methoden, die uns von alters her überliefert sind. Seine Arbeit ist häufig noch um vieles aufwendiger als die seines oft vor Jahrhunderten arbeitenden Berufskollegen, da er auf alle Unregelmäßigkeiten und Besonderheiten des Originals Rücksicht nehmen und darauf achten muss, dass keine Information der originalen handwerklichen Herstellung verlorengeht.

Die Materialien

So wie der Buchbinder Materialien verwendet, die der ursprünglichen Bindung des Originals weitgehend entsprechen, so muss für das Faksimile selbst Bedacht darauf genommen werden, dass ausschließlich Materialien verwendet werden, die eine Dauerhaftigkeit und Wertbeständigkeit des Buches garantieren.

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Diese Forderung gilt nicht nur für die verwendeten Farben, sondern in besonderem Ausmaß für das Papier, dessen Säurewerte für jede Ausgabe auf neue untersucht werden (im bedruckten wie im unbedruckten Zustand) und dessen Alterungsbeständigkeit garantiert sein muss.

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